Heutzutage sind Informationen über das Thema „psychische Erkrankungen“ vielfältiger und besser verfügbar denn je. Es besteht ein breiter Fundus an Fachliteratur, Medien berichten in unterschiedlichen Kontexten und im Internet sind auch ohne große Recherchebemühungen gute und kompetente Inhalte zu finden.
Doch handelt es sich bei diesen Informationen auch um Allgemeinwissen? Sind die Vorstellungen über das Thema verifiziert? Bestehen Falsch- oder Vorurteile? Und welche Art und Form von Information werden benötigt? Auf diese Fragen wollten wir in der Öffentlichkeit nach Antworten suchen.
Die Besucher und Mitarbeiter des unplugged fanden sich in einer Video-AG zusammen. Wir planten die Interviewfragen, entwarfen ein Quiz zum Thema und stellten einen Handzettel mit Informationen über das Projektjahr „Tabubrecher“ zusammen.
An einem kalten und windigen Februartag zogen wir an der Mainzer Rheinuferpromenade entlang in die Innenstadt und sprachen frierende Passanten an, von denen viele gerne unsere Fragen beantworteten. Wir fragten ob sie sich gut über das Thema „psychische Erkrankungen“ informiert fühlen und wollten weiter wissen, worüber sie denn genau Kenntnis haben. Einige berichteten von betroffenen Angehörigen oder Bekannten und die meisten hatten eine Meinung zum Themenbereich obwohl dieser vielfach als gesellschaftliches Tabu bezeichnet wurde. Viele der Befragten nahmen auch an, dass Betroffene in ihrem Alltag mit Vorurteilen und abwertenden Kommentaren zu rechnen hätten und folgerten daraus, dass ein Bedarf nach Informationen besteht. Mehrere Passanten räumten auch ein, dass sie selbst sich über das Thema nicht gut informiert fühlten, und dass sie Unsicherheiten im Umgang mit psychisch erkrankten Menschen hätten. So wurden dann auch Informationen über einzelne Krankheitsbilder genauso gewünscht, wie Hinweise zum Verhalten gegenüber Betroffenen, wenngleich einige der Befragten ein grundlegendes und empathisches Bewusstsein bezüglich der Thematik bereits entwickelt haben.
Die Video-AG bearbeitete das Rohmaterial aufwendig in Schnitt und Präsentation, fügte Musik und ergänzende Textpassagen zu, so dass der fertige Film anlässlich der Tabubrecher-Auftakt-veranstaltung gezeigt werden konnte. Der Beitrag war hier ein guter Aufmacher und viel beachteter Bestandteil und die gemeinsame Arbeit in Planung, Umsetzung und Nachbearbeitung hat allen viel Spaß gemacht. Wir sahen uns auch in unserer Ansicht bestärkt, dass eine gute und nachhaltige Information über das Thema „psychische Erkrankungen“ notwendig sind, um differenzierte Ansichten zu vermitteln und somit gleichsam Ressentiments und Stigmatisierung entgegen zu treten. Wir werden diesen Ansatz in anderen Projekten weiter verfolgen.