Schulprojekt – unplugged macht Schule

In unserer täglichen Arbeit unterstützen und begleiten wir junge Menschen, die sich in psychischen Schwierigkeiten und/ oder psychosozialen Notlagen befinden. Die Ratsuchenden kommen zu uns, wenn Probleme so gewachsen sind, dass sie diesen allein nicht mehr Herr werden können. Neben dieser sehr wichtigen Hilfe in akuten Situationen liegt uns ein zweiter Bereich am Herzen: Die Präventionsarbeit trägt dazu bei, Notsituationen gar nicht erst entstehen zu lassen, seelische Gesundheit zu stärken und für das Thema „psychische Gesundheit“ zu sensibilisieren.

Die Arbeit mit Schulklassen ist aussichtsreich, da eine Vielzahl an MultiplikatorInnen erreicht werden können und junge Menschen in diesem Alter im Allgemeinen über relativ große peer-groups und Bekanntenkreise verfügen. Weiter ist speziell das junge Erwachsenenalter von großen Entwicklungsaufgaben geprägt, bei deren Bewältigung mithin Stressoren wirksam werden können. Somit ist die frühe Adoleszenz auch ein Zeitalter der Gefährdung psychischer Gesundheit. Hinzu kommt, dass die Jugendlichen in einer Phase der Stabilisierung von Persönlichkeitsmerkmalen von einer Sensibilisierung für dieses wichtige Thema erreicht werden können, die eine Reduzierung von diesbezüglichen Ängsten und somit ein Abbau von Stigma und Diskriminierung der Betroffenen begünstigen kann.

Ziel des Schulprojektes ist demnach die Information der Schülerinnen und Schüler über das breite Feld der seelischen Gesundheit, Umstände, welche diese Gesundheit bedrohen können und speziell der Blick auf schützende und stärkende Faktoren. Was macht mich so stark, dass mir Probleme nicht an die Substanz gehen? Den jungen Menschen wird anschaulich vermittelt, achtsam mit den eigenen Ressourcen umzugehen, geeignete Bewältigungsmechanismen für auftretende Probleme zu entwickeln und einen wachen Blick auch auf Freunde und Bekannte zu haben. Die Veranstaltungen finden als ca. sechs-stündige Einheit statt und werden von zwei erfahrenen SozialpädagogInnen moderiert und abgehalten. Hierbei kommen verschiedene didaktische und methodische Mittel zum Einsatz. Die Schülerinnen und Schüler haben auch die Möglichkeit, mit einem Betroffenen ins Gespräch zu kommen, so Informationen durch einen „Experten in eigener Sache“ zu erhalten und im direkten Kontakt Schwellen und Ressentiments abzubauen.

Die Schulklassen, die das Projekt bereits durchlaufen haben, waren von Thema und Durchführung sehr eingenommen. Die Rückmeldung war, dass die Inhalte bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Eine Klasse bildete gar eine Arbeitsgemeinschaft und informierte weitere Schülergruppen selbständig durch Kurzreferate. Das Schulprojekt wird auch über das Aktionsjahr hinaus weiterlaufen. Für das Jahr 2012 sind bereits Termine mit sechs weiteren Klassen vereinbart.

Wir bieten individuell zugeschnittene Präventionsveranstaltungen an. Neben den schon erprobten Schulprojekt-Modulen sind aber auch andere Veranstaltung denkbar und machbar. So haben wir schon Lehrerfortbildungen organisiert und durchgeführt oder besondere Informationsveranstaltungen mit speziellen Zielgruppen erarbeitet.
Da uns die Präventionsarbeit besonders am Herzen liegt, sind wir immer offen für neue Ideen.
Was wir irgendwie einrichten können, machen wir auch möglich.

Wir sind Mitglied im Netzwerk des Schulprojektes „Verrückt? Na und!“ von „Irrsinnig menschlich e.V.“ und sind somit im bundesweiten Austausch mit anderen Anbietern von Schulprojekten.
Mehr Informationen über das Netzwerk gibt es hier.